Dungeons & Dragons: Neverwinter

Mit Dungeons & Dragons: Neverwinter existiert schon seit knapp drei Jahren ein MMORPG das sich damit rühmt die Geschichte von Dungeons & Dragons nicht nur im Rollenspiel zu erzählen sondern auch als Computerspiel, doch taugt das ganze überhaupt was?

 

Was bietet Neverwinter überhaupt?

Neverwinter bietet uns ein klassisches Themepark MMORPG mit einem Action-Kampfsystem. Das bedeutet der Entwickler, genannt Cryptic, stellt uns fleißig Inhalte bereit die wir daraufhin durchspielen. Wie in jedem MMORPG steht der Kampf im Vordergrund und der ist in Neverwinter sehr actionreich. Sei es als Trickerschurke in dem wir aktiv ausweichen müssen oder ob wir mit unserem beschützenden Kämpfer schwere Treffer mit unserem Schild abblocken müssen, mit dem generischen Kampfsystem eines WoW-Klons hat dies nichts zu tun.

 

Was beinhaltet es?

Da das Spiel seit drei Jahren auf dem Markt ist fällt der Inhalt vor allem für Neulinge sehr üppig aus. Die Quests von Stufe 1 bis 60 sind zwar relativ generisch mit töte dies und sammle das, sind aber allesamt vertont, haben (in meinen Augen) immer noch eine schöne Rahmenhandlung und gehen auch sehr schnell von der Hand was es uns erlaubt schnell unsere Stufe zu steigern und verschiedene Gebiete zu bereisen.

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Quelle: Neverwinter

Trefft auf alte Bekannt wieder: Drizzt Do’Urden

Darüber hinaus kann man ab Stufe 30 an einer der ersten Kampagne Tyranny Of The Dragons teilnehmen. Kampagnen versorgen uns in Neverwinter mit täglichen Quests, einem groben Handlungsrahmen und später erhalten wir verschiedene Segen und Beute die unseren Charakter verstärken. In Tyranny Of The Dragons geht es darum das die Drachenkultisten die Schwertküste angreifen. Sprich wir dürfen gegen Kultisten und gigantische Drachen kämpfen die in den verschiedenen Gebieten rumlungern.

Auch sehr schön ist das es eine handgeschriebene Questline von R.A. Salvatore im Spiel gibt die wir ebenfalls bespielen dürfen: Der Zwergenkönig.

Ab Stufe 60 bzw. 70 schalten wir dann verschiedene Kampagnen frei.  Von Stufe 60 zu 70 greift uns der Kult des elementaren Bösen an bzw. die vier Kulte der Elemente die gesamt Ferún bedrohen. Jeder der Kulte hat sein eigenes Gebiet wobei drei der vier Gebiete aus alten Gebieten bestehen die wir nach der Hauptstory von 1-60 wieder besuchen aber grafisch sowie inhaltlich aktualisiert sind, während das vierte Gebiete gänzlich neu im Spiel ist.

Neben den Quests und den Kampagnen gibt es in den Gebieten noch verschiedene heldenhafte Begegnungen was im Grunde kleine „Happenings“ sind wie einen Händler retten, ein böses Totem zerstören oder aus Dimensionsrissen ausströmende Dämonenhorden töten.

Dazu gibt es natürlich noch neun Gewölbe, vier Gefechte und zwei Epische Prüdungen die im Grunde immer nur Kämpfe gegen einen enorm starken Bossgegner sind:

An Rise of Tiamat nimmt man mit bis zu 25 Spielern teil, diesen kann man auch immer nur einmal zur vollen Stunde besuchen und kämpft dort in einen drei Phasenkampf gegen die böse Drachengöttin Tiamat. Das Ganze ist ein gigantischer Bossfight der maximal 25 Minuten dauern kann, wobei eine gut organisierte gruppe diesen in ca. 10-15 Minuten gewonnen hat.

Die zweite epische Prüfung ist gegen den Dämonenprinzen Demogorgon, wobei man hier nur mit bis zu 10 Spielern dran teilnehmen kann, dafür aber jederzeit. Hier geht es darum in drei verschiedenen Phasen den Dämonenprinzen zu besiegen wobei man sich tatsächlich nur in der letzten Phase gegen ihn kämpft. Je nachdem wie gut man in den jeweiligen Phasen abgeschlossen hat (es wird eine Bewertung erstellt) wird die Belohnung ermittelt.

 

Die Gefährten

Neverwinter hat ebenfalls noch ein umfangreiches Gefährtensystem. Momentan gibt es über 100 verschiedene Gefährten in Neverwinter und zwar vom Skorpion bis hin zum Falken über eine  Klerikerin bis hin zu einem grünen Gallertwürfel und noch andere seltsame Kreaturen die euch bei euren Abenteuern begleiten wollen. Dabei können diese für euch Tanken, Schaden austeilen, Gegner kontrollieren oder nur da stehen und schön aussehen (das ist kein Witz, die gibt es wirklich). Gefährten erhaltet ihr entweder durch Quests, Events, Promo-Aktionen oder Belohnungen in der Kampagne.

 

Handwerk im Browser

Das Handwerksystem von Neverwinter ist recht simpel.

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Quelle: Neverwinter

Anstatt selber die Gegenstände zu bauen heuert man Handwerker an die das für einen erledigen und man muss nur noch die jeweiligen Aufgaben verteilen, das Ganze ist sehr Browser-Artig. Hier tut sich während der Steigerung des Charakters ein Problem auf: Der Beruf hinkt immer hinterher. Wir steigern unseren Charakter so schnell auf das der Beruf nicht hinterherkommt und dadurch erst ab Stufe 70 nachkommt um uns zu unterstützen. Allerdings benötigen wir dann qualitativ hochwertige Handwerker und Handwerksgegenstände um wirklich gute Ausrüstung herzustellen und diese kriegen wir nur im Auktionshaus. Ärgerlich.

Mit dem Browser geht es auch weiter. Neverwinter bietet ein sehr schönes nützliches Feature an und zwar den Neverwinter Gateway. Das ist eine Website des Spielebetreibers wo man seine Charakterdaten einsehen kann, als auch im Auktionshaus und Ingame-Shop einkaufen kann. Des Weiteren kann man auch hier seine Berufe einsehen und steuern als ob man im Spiel wäre.

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Quelle: Neverwinter

Minispiel für Zwischendurch: Abenteuer an der Schwertküste

Neben diesen vielen nützlichen Funktionen bietet Neverwinter auch noch ein weiteres Spiel an und zwar Abenteuer an der Schwertküste. Dabei handelt es sich um ein Würfel-Minispiel wo wir unsere Gefährten auf Abenteuer schicken können damit sie sich ihre eigene Ausrüstung zu verdienen. Im Grunde stellt ihr einen Trupp aus vier verschiedenen Gefährten zusammen und schickt sie in ein Gewölbe an der Schwertküste. Begegnungen werden dabei ausgewürfelt wobei es auf die Gruppenkonstellation drauf ankommt welche Würfeltypen euch zur Verfügung stehen.

 

Gemeinsam Wohnen

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Quelle: Neverwinter

Die eigene Festung

Neben den oben genannten Spielinhalten bietet Neverwinter seinen Gilden eine Festung an die es gilt aufzubauen. Nur mittels einer Festung erhält man die beste Ausrüstung im Spiel, allerdings ist der Schritt zwischen der regulären Ausrüstung und der Gildenausrüstung relativ klein und nur eine Art Sahnehäubchen.

 

Fundgrube zugeschüttet

Es gab auch noch die Foundry doch diese wurde durch die Spielerschaft offiziell beerdigt. In der Foundry konnten Spieler eigene Quests erstellen. Allerdings wurde diese seit Jahren nicht mehr aktualisiert und der Entwickler plant auch für Zukunft keinerlei Aktualisierung. Hinzu das die Belohnungen in Foundry-Quests immer wieder runtergeschraubt wurden bis sie plötzlich für die Spielerschaft keinerlei Relevanz mehr hatte.

Versteht mich nicht falsch. Sie ist noch im Spiel, man kann auch noch Quests daraus bespielen und einige sind inhaltlich richtig gut geschrieben, doch gibt es keine tollen Belohnungen mehr und die Autorengemeinschaft rund um die Foundry ist fast nicht mehr existent. Es ist wirklich Schade, da die Foundry damals als großes Feature angepriesen wurde das Neverwinter von allen anderen MMORPGs absetzen sollte.

 

Spieler gegen Spieler

Neben den PvE-Inhalten bietet Neverwinter auch PvP mit einem eigenen Bestenliste. Man merkt aber deutlich dass das Spiel nie wirklich für PvP gebaut wurde. Damit meine ich weniger das Kampfsystem als vielmehr die Tatsache das Spieler mit einem hohen Ausrüstungswert, Spieler mit einem niedrigen Ausrüstungswert geradezu damit zerquetschen können, was dazu geführt hat das nur noch wenige Spieler PvP betreiben und die Matchmaking-Funktion dadurch noch ungerechtere Spiele erstellt und es noch weniger Spieler spielen. Ein Teufelskreislauf.

 

Wie sieht es technisch aus?

Bedingt  schlecht. Das Spiel hat unregelmäßige Lags, also Verzögerungen in fast allen Gebieten, es gibt relativ viele Fehler und in der Vergangenheit hat ein schwerer Exploit schon mal zu einem Rollback geführt, weil dieser die Spielwirtschaft in den Ruin getrieben hatte.

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Quelle: Neverwinter

Sieht überwältigend aus, aber ruckeln ist vorprogrammiert.

Zusätzlich hat das Spiel das Problem dass es ab größeren Spielerzahlen wirklich unschöne Einbrüche in der Bildrate hat. Während man also mit 5 Spielern in einem Gewölbe und noch relativ alter Hardware (ich verwende eine Geforce GTX460, die nun 6 Jahre alt ist) bei mittleren Einstellungen fast immer seine 60 Bilder pro Sekunde hat, so bricht das Beispielsweise in einem Kampf gegen Tiamat auf 20 Bilder pro Sekunde ein. Auch scheint die Engine nicht auf neuere Grafikkarten optimiert zu sein. Spieler die eine Geforce GTX 970 oder 980 haben (die Quasi-Flaggschiffe von Geforce) klagen über niedrige Bildrate.

Von einem Spiel das zum Großteil in verschiedenen kleinen Instanzen gespielt wird hätte ich da ehrlich gesagt mehr erwartet was die technische Leistungsfähigkeit angeht.

 

Das nächste große Problem: Belohnungen

Während die Gruppeninhalte wirklich episch wirken sind es die Belohnungen nicht. Für keinen der Bosse wird eine Belohnung garantiert. Ich persönlich hatte es schon oft das keiner der drei Bosse in einem Gewölbe eine Belohnung hat fallen lassen. Am Ende wartet zwar eine Truhe auf einen, diese kann man aber nur mit einem Gewölbeschlüssel öffnen und am Tag hat man als regulärer Spieler nur einen einzigen Schlüssel, für die anderen muss man Spielwährung ausgeben und selbst dann ist die Belohnung recht mickrig.

 

Das führt uns zum größten Problem von Neverwinter: Das Geschäftsmodell

In Neverwinter kann man entweder Gold oder Astraldiamanten verdienen. Während Gold im Grunde eine hoch inflationäre Währung ist und von jedem Monster im Spiel zu bekommen ist, sind Astraldiamanten (nachfolgend kurz AD genannt) die wirkliche Währung im Spiel.

ADs haben ein tägliches Limit. Mittels verschiedener Aktivitäten im Spiel erhält man ROH-Astraldiamanten (Gewölbe oder Gefechte spielen). Diese veredelt man durch einen Knopfdruck in Astraldiamanten. Hier hat man ein Limit von 36.000 AD pro Tag, wenn man mehr dieser Währung benötigt so muss man Geld ausgeben. ADs werden auch für den Kauf von Gegenständen im Auktionshaus verwendet. Wer nun denkt: „Hey ich verkaufe einfach meine wertvolle Beute im Auktionshaus.“ hat sich geschnitten. Hier greift wieder das  Problem mit den Belohnungen: Es gibt keine guten Belohnungen die etwas Wert sind und ein Großteil der Beute ist auch an den eigenen Charakter gebunden.

In einem Gewölbe erhalten wir entweder ein Peridot oder einen Aquamarin. Beides sind sogenannte Veredelungssteine. Man muss nämlich wissen in Neverwinter muss man seine Ausrüstung ebenfalls steigern bzw. veredeln und dazu benötigt man Veredelungssteine. Um das mal in Relation zu setzen wie viel so ein Peridot oder Aquamarin Wert ist: Die Hauptwaffe von Rang 1 auf Rang 60 (Also dem Maximum) zu bringen kostet ca. 4,5 Millionen Veredelungspunkte. Ein Peridot ist 500 Veredlungspunkte Wert und ein Aquamarin ist 1.500 Wert und wie erwähnt sind sie keine garantierten Belohnung.

Darüber hinaus spielt der Betreiber auch das „Inventarspiel“. Sprich wir haben nicht nur Peridots und Aquamarine als Veredelungssteine sondern insgesamt 18 verschiedene Veredelungssteine. Diese haben auch noch drei verschiedene Typen von Besitz:

  • Einmal die ungebundenen die wir Jederzeit verkaufen können
  • Accountgebundene die wir unter den Charakteren aufteilen können
  • Charaktergebunden die nur für unseren Charakter bestimmt sind

Dadurch belegen 54 verschiedenen Veredelungssteinen unsere Inventarpläre und Standardmäßig haben wir nur 16 Plätze für unsere persönliche Bank, 8 Plätze für unsere Accountbank und ca. 58 Inventarplätze. Wenn wir mehr haben wollen müssen wir uns Taschen kaufen, entweder über das Auktionshaus oder über den Ingame-Shop mehr Bankplätze leisten. Aber keine Sorge, bei den Veredelungssteinen hört das Belegen des Inventars nicht auf. Es gibt noch verschiedene Arten von Tränken, Verzauberungssteine, verschiedene Trash-Items für Gold, Schriftrollen, usw.

Natürlich mag jetzt einer denken: Wenn ich so viele Veredelungspunkte für die Ausrüstung brauche wieso tue ich sie dann nicht direkt verwenden? Eine wirklich gute Frage. Der Grund ist: Man möchte sie behalten, weil es seien kann das bald mal wieder ein Doppelveredelungswochenende gibt und ein Peridot keine 500 Punkte wert ist sondern 1.000.

Neben diesen zwei sehr unschönen Geschäftspraktiken gesellt sich eine dritte: Man kann gewisse Gegenstände nicht erspielen, man muss sie kaufen!

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Quelle: Neverwinter

Was darf es sein: Greif oder Holzklasse?

So haben wir das Problem dass wir uns kein episches Reittier direkt verdienen können. Wir müssen uns eines für Echtgeld oder Astraldiamanten kaufen und das kann ganz schön ins Geld gehen. Der Ingame-Shop, Zen-Markt genannt, verkauft epische Reittiere für 2.500 bis 3.500 Zen. Das sind zwischen 25-35 Euro für das virtuelle Reittier. Das ist extrem teuer, selbst die Tatsache das wir den virtuellen Gaul dann für jeden Charakter des Accounts freischalten hilft da wenig. Was wir natürlich machen können ist Astraldiamanten gegen Zen-Tauschen. Das entlastet das Ganze, aber momentan steht der Kurs bei ca. 480 Astraldiamanten pro Zen. Sprich mit einem Maximum von 36.000 ADs pro Tag können wir uns pro Tag nur 75 Zen leisten. Sprich in frühestens 34 Tagen können wir uns das günstigste epische Reittier für umsonst holen.

Aber hier hört das Wegsperren von Gegenständen hinter eine Paywall nicht auf. Um unseren Charakter zu verbessern brauchen wir Waffen- und Rüstungsverzauberungen. Um diese zu steigern benötigen wir einen Schutz der Verschmelzung, ansonsten haben wir nur eine 1% Chance unsere Verzauberung zu steigern und alle unsere investierten Gegenstände für die Steigerung sind sonst weg. Diesen Schutz der Verschmelzung erhält man für 1.000 Zen im Zen-Markt. Um eine Waffen- oder Rüstungsverzauberung auf das Maximum zu steigern benötigen wir 16 Stück, also 32 Schutze der Verschmelzung für unsere Waffen- UND Rüstungsverzauberung. Die einzige andere Quelle dafür sind nicht die Gewölbe sondern die tägliche Login-Belohnung. Alle 11 Tage haben wir die Chance auf einen solchen Schutz, aber nur mit einer 3% Chance.

Hier hört es bei weitem nicht auf. Jeder unserer Ausrüstungsgegenstände besitzt mindestens einen Sockel für reguläre Verzauberungen. Diese wollen auch gesteigert werden, aber ungleich einer Waffen- oder Rüstungsverzauberung haben sie keine 1% Chance sondern sie variiert je nach ihrer Stufe von 100% zu 3%. Die %-Chance nimmt mit höherer Stufe also ab. Um dafür zu sorgen das unsere investierten Gegenstände nicht verloren gehen brauchen wir einen Schutz der Bewahrung. Anstelle der teuren Komponenten anhand der %-Chance zu verlieren, verlieren wir dann den Schutz der Bewahrung. Diesen kann man ebenfalls nur im Zen-Markt bekommen und kostet 100 Zen, also ca. 1 Euro, für einen 10er Pack. Allerdings haben wir auch ca. 15 Slots für reguläre Verzauberungen frei, man kann sich also ausmalen wie viele Schutze man benötigt.

Neben dem künstlichen Limit, den Inventarspiel und dem Pflichtkauf im eigenen Shop hören die Unverschämtheiten aber nicht auf. Neverwinter bietet auch noch das Schatzladen-Lotto. Jeder Gegner hat eine Chance eine Schatzlade fallen zu lassen. Diese kann man nur mit einem „Verzauberten Schlüssel“ öffnen, den man nur im eigenen Zen-Markt kaufen kann (125 Zen pro Schlüssel). Darin enthalten sind die besten Reittiere, nämlich legendäre Reittiere mit maximaler Geschwindigkeit, eigenen Angriffsfähigkeiten und Attributs-Booster. Ein solches zu bekommen hat eine Chance von 0,5-1%. Der Rest sind im Grunde nieten. Hier erhält man ansonsten Handwerker, Verzauberungen, Komponenten für Verzauberungen und ab und an ein Artefakt oder einen Gefährten der euch begleiten will, aber dann mit einer ähnlichen Chance wie ein legendäres Reittier.

Das Fazit

Neverwinter macht Spaß, da vor allem das Kampfsystem wirklich sehr gut umgesetzt wurde. Allerdings überschatten die technische Probleme den Spielspaß und einige der Quests, vor allem die Kampagnen, wirken schon fast zu generisch, wobei die neue Kampagne „The Maze Engine“ schon wieder mehr auf gut erzählte Geschichten setzt und viele unterschiedliche Quests bietet, was zu mindestens in Sachen Geschichten und Spielwelt hoffen lässt.

Allerdings ist das Geschäftsmodell von Neverwinter zu invasiv und lässt sich in fast jedem Aspekt des Spiels wiederfinden was dazu geführt hat das gewisse Teile des Spiels einfach Tod sind und damit meine unteranderem das PvP, weil hier einfach derjenige mit der besseren Ausrüstung gewinnt was bedeutet das hier auch derjenige einfach gewinnen kann der mehr Geld ins Spiel investiert hat. Natürlich ist Neverwinter kein reines PvP-Spiel und es ist im Grunde eine Nebensache doch zwei PvP Arenas, zwei große Open PvP Gebiete, einen MOBA ähnlichen Modus (Festung gegen Festung) und eine eigene PvP-Kampagne sind nicht gerade wenige Inhalte die durch den Fluss des Geldes stark beeinflusst werden

Und die Tatsache das dieser Inhalt so gut wie gar nicht mehr von den Spielern angetastet wird spricht schon stark gegen diese Konzeption. Besonders wenn man an eine der größten Verfehlungen denkt: Die Foundry.

Daher gebe ich dem Spiel damit 6 von 10 Sternen und für ihr Geschäftsmodell eine gelbe Ampel.

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Ampel-gelbTatsache ist einfach das man im PvE-Bereich des Spiels keine gute Ausrüstung brauch bzw. auch durch einfaches Spielen auf einen guten Ausrüstungsstand in einer adäquaten Zeit kommt. Und auch wenn wir ein Limit bei der Veredelung von Astraldiamanten haben so ist dieses nicht innerhalb der ersten Minuten im Spiel erreicht sondern dauert ca. 1-3 Stunden aktives spielen.

Zusätzlich bietet das Spiel einem an die Astraldiamanten gegen Zen zu tauschen, was bedeutet das keines der Objekte im Spiel hinter einer Paywall versteckt wird. Sprich es dauert nur extrem lange bis man diese bekommt und man wird auch nie gezwungen zu kaufen.

Allerdings spielt Neverwinter mit diesem Geschäftsmodell auch sehr mit dem Feuer und ist daher hart an der Grenze zu einem Pay2Win-Spiel. Die Veredelungsmechanik für Astraldiamanten existiert nur im Spiel um meinen Fortschritt künstlich zu stoppen. Sprich nach den genannten 1-3 Spielstunden geht es nicht weiter und man hat oft das Gefühl das der Spielbetreiber Perfect World Entertainment gar nicht will das man Neverwinter solange am Stück spielt den es gibt viele kleine Mechaniken die im Hintergrund arbeiten die unseren Fortschritt weiter behindern.

Sprich anstatt uns zu ermuntern für unseren persönlichen Fortschritt und Spielgefühl  Geld auszugeben wirft uns Neverwinter immer wieder Steine in den Weg um unseren Fortschritt künstlich zu blockieren oder uns mit verschiedenen anderen Sachen auf den Nerven zu gehen die man nur mit der Ausgabe von Geld beheben kann und die größte Dreistigkeit dabei ist das es extrem Teuer ist.

Abschließend noch einige Kauf-Tipps für diejenigen die sich das Spiel zulegen möchten:

  • Vergleicht immer erst den Preis im Auktionshaus mit den im Ingame-Shop, den viele Sachen wie zum Beispiel Handwerker, Taschen, Gefährten und Reittiere bekommt ihr dort am günstigsten.
  • Holt euch niemals das Abenteuererpaket, das ist überteuert und nutzlos. Dort ist der einzige nützliche Gegenstand der Heilstein und diesen erhält man für ein vielfaches Billiger im Auktionshaus.
  • Versucht täglich immer eure 36.000 AD zu veredeln den sie sind euer Grundkapital.
  • Holt euch zusätzlich die Verzauberung: Drachenhortverzauberung, aber stellt sie selbst mit der Kampagne Tyranny Of The Dragons her. Diese gewährt euch eine Chance von 1% beim Töten eines Monsters einen Veredelungsstein zu bekommen, die Chance geht mit der Qualität und Anzahl der verwendeten Drachenhortverzauberung hoch, aber ich würde euch empfehlen nie mehr als 4% zu haben.
  • Wenn ihr Stufe 70 seid ist die beste Waffe erst einmal die Verzauberte Mulhorand Waffe eurer Klasse. Das sind sogenannte Level-Waffen. Sprich das sind epische Waffen die sich eurer Stufe anpassen und für die Stufe immer die besten Waffen sind. Später ab Stufe 70 sind nur noch epische oder legendäre Artefaktwaffen besser und diese zu bekommen und aufzuwerten ist recht aufwendig.
  • Ihr habt zwei freie Charakterslots. Ich empfehle euch das ihr sofort einen zweiten Charakter erstellt um dort Sachen einzulagern die ihr nicht braucht, so spart ihr am Anfang etwas Platz.
  • Nehmt an Events teil. Dort erhält man oft Gefährten oder Reittiere die man für etwas Kleingeld verkaufen kann wenn man sie nicht selbst brauch.
  • Wartet zum Veredeln das Doppelveredelungsevent ab.
  • Wenn ihr seht dass das Event doppelte Verzauberungen aktiv ist empfehle ich euch die feenberührte Verzauberung zu holen und kurzzeitig für eure Drachenhortverzauberung auszutauschen (für die Dauer des Events). Den diese geben euch Verzauberungen die ihr wiederum als Veredelungsgegenstände einsetzen könnt und in der Zeit des Events erhaltet ihr doppelt so viele Verzauberungen von Monstern und anderen Quellen, das gilt auch für die feenberührte Verzauberung. Ihr könnt diese in der Sharandar Kampagne herstellen.
  • Sucht euch eine Gilde. Es macht vieles einfacher für euch. Vor allem das Suchen für eine Gewölbegruppe geht viel schneller und man lernt so sehr schnell von den Profis.
  • Spielt Neverwinter am besten nicht über Steam sondern über seinen eigenen Launcher. Solltet ihr nämlich eines Tages Geld für Neverwinter ausgeben und es ist mit euren Steam-Account verbunden so kann es sein das ihr für mehrere Monate nichts direkt kaufen könnt bzw. alle Gegenstände die ihr im Shop damit kauf Charakter- oder Accountgebunden sind.

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